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Stoma High-Output-Syndrom

[Ihr Stoma-Ratgeber "High-Output-Syndrom - HOS"]


Liebe Patientin, lieber Patient, 

das High-Output-Syndrom - kurz HOS genannt - kann bei Menschen mit einem Stoma auftreten. 

Besonders häufig betrifft es Personen mit einem Ileostoma. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, was ein High-Output-Syndrom ist, welche Symptome auftreten können und was Sie dagegen tun können.

High-Output-Syndrom beim Stoma – einfach erklärt

Das High-Output-Syndrom kann bei Betroffenen mit einem Stoma (künstlicher Darmausgang) auftreten.

Besonders häufig betrifft es Personen mit einer IleostomieIn diesem Ratgeber erklären wir Ihnen einfach und verständlich, was ein High-Output-Syndrom ist, welche Symptome auftreten können und was Sie dagegen tun können. Auch eine Empfehlung zum Thema "Hilfe zur Selbsthilfe" werden wir Ihnen nicht vorenthalten.

Darum ist ein Stoma mit einem High-Output so gefährlich!

Wenn der Körper über einen längeren Zeitraum sehr viel Flüssigkeit verliert, kann der Körper austrocknen. Daher ist es sehr wichtig, ein High-Output-Syndrom bei einer Stomaanlage frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Kontrollieren Sie regemäßig Ihre Stomaversorgung

Ausscheidungen bei einem High-Output-Syndrom sind dünnflüssiger und aggressiver. Sie greifen schneller den Stoma-Hautschutz an und können zu schweren Hautschäden führen. Eine Leckage ist unbedingt zu vermeiden. Nur so kann der aggressive Output (Ausscheidungen) bewältigt werden. ❤ Wir sind da!

High-Output-Syndrom (HOS) verstehen lernen.

Was ist ein High-Output-Syndrom?

Von einem High-Output-Syndrom spricht man, wenn über das Stoma sehr viel Flüssigkeit ausgeschieden wird.

Meist tritt dieses Syndrom bei einer Ileostomie auf. Die Ausscheidungen bei einer Ileostomie sind in der Regel sehr weich bis dünnflüssig. Das ist ganz normal.

Wenn jedoch mehr als etwa 1.500 bis 2.000 Milliliter pro Tag ausgeschieden werden, sprechen Ärzte von einem High-Output. Die Gefahr: Der Körper verliert zu viel Flüssigkeit und wichtige Salze (Elektrolyte).


Bei welcher Stomaart tritt das High-Output-Syndrom auf? 

Das High-Output-Syndrom kommt am häufigsten vor bei: 

  • Ileostomie / Ileostoma (Dünndarmstoma) 
  • Betroffenen mit Kurzdarmsyndrom 
  • Kurz nach einer Stomaanlage 
  • Bei Darmentzündungen oder Infektionen 


Warum ausgerechnet bei einer Ileostomie? 

Durch die Entfernung von Dünndarmabschnitten und den Wegfall des Dickdarms als „Eindickungsstation“ kommt es zu einem massiven Verlust von Wasser und Elektrolyten. Die Folge ist eine rasche Stuhlpassage und eine Stuhlmenge von deutlich mehr als einem Liter innerhalb von 24 Stunden.

Bei einer Colostomie (Dickdarmstoma) tritt das High-Output-Syndrom nur in sehr seltenen Fällen auf.


Symptome eines High-Output-Syndroms erkennen

Wenn der Körper zu viel Flüssigkeit verliert, können verschiedene Beschwerden auftreten. Typische Symptome sind: 

  • Sehr häufiges Entleeren des Stomabeutels 
  • Sehr dünnflüssiger Stuhl 
  • Große Stuhlmengen 
  • Starker Durst 
  • Müdigkeit und Schwäche 
  • Schwindel 
  • Trockene Haut 
  • Weniger und stark konzentrierter Urin 

Bei starkem Flüssigkeitsverlust kann es zu Dehydration (Austrocknung des Körpers) kommen. Nehmen Sie daher bereits die ersten Anzeichen von einem High-Output-Syndrom ernst und kontaktieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.


Warum ist High-Output gefährlich? 

Wenn über längere Zeit sehr viel Flüssigkeit verloren geht, kann der Körper austrocknen. Das kann zu folgenden Problemen führen: 

  • Dehydration
  • Elektrolytstörungen
  • Kreislaufprobleme
  • Gefahr für die Nieren  

Verschließen Sie daher nicht Ihre Augen und nehmen Sie die Gefahr einer "Austrocknung" ernst.


Ernährung bei einem High-Output-Stoma 

Die richtige Ernährung kann helfen, den Stuhl etwas einzudicken und die Ausscheidungsmenge zu verringern. Achten Sie also auf das, was Sie Essen. 

Diese Lebensmittel können den Stuhl etwas eindicken, um nicht zu viel Flüssigkeit zu verlieren: 

  • Reis 
  • Kartoffeln 
  • Bananen 
  • Haferbrei 
  • Zwieback 
  • Weißbrot 
  • geriebener Apfel 
  • Karottensuppe


Es jedoch auch weniger geeignete Lebensmittel.

Einige Lebensmittel oder Kochgewohnheiten können das High-Output-Syndrom verstärken. Also seien Sie hier etwas zurückhaltend.

Dazu gehören: 

  • Sehr fettige Speisen 
  • Stark gewürzte Gerichte
  • Sehr scharfe Gewürze 
  • Große Mengen Rohkost 
  • Fruchtsäfte 
  • Zuckerhaltige Getränke


Richtig trinken bei einem High-Output-Syndrom

Viele Betroffene glauben, dass sie bei einer hohen Ausscheidungsmenge (High-Output) besonders viel trinken müssen. Es kommt jedoch nicht auf die Menge an. Wichtiger ist, was Sie trinken. 

Gut geeignet sind: 

  • Stilles Wasser 
  • Ungesüßter Tee 
  • Leicht gesalzene Brühe 
  • Spezielle Elektrolytlösungen 

Nicht empfehlenswert sind: 

  • Cola 
  • Limonaden 
  • Energydrinks 
  • Stark gesüßte Getränke 

Zucker oder auch Süßungsmittel können den High-Output verstärken.


Unser Tipp zur Selbsthilfe:

  • Bevorzugen Sie isotonische Getränke 
  • Passen Sie Ihre Trinkroutine an: 30 Minuten vor und nach dem Essen nichts trinken
  • Bevorzugen Sie spezielle orale Rehydrationslösungen oder stellen sie eine eigene her. Eine Glucose-Elektrolyt-Mischung herzustellen geht ganz einfach:  1 gestrichener TL Kochsalz, 6 gehäufte TL Traubenzucker, ½ gehäufter TL Natriumbikarbonat (Backpulver)
  • Denken Sie an Ihren Salzgehalt und bevorzugen Sie daher salzige Snacks, salzige Cracker, Salzstangen und fettarme Kartoffelchips - bevor Sie zu Schokolade greifen.


Medikamente gegen High-Output 

Wenn Ernährung und Trinkverhalten nicht ausreichen, sprechen Sie bitte mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt. 

Es gibt Medikamente, die die Darmbewegungen verlangsamen oder den Säuregehalt im Magen senken:

Häufig eingesetzte Beispiele sind:

  • Loperamid 
  • Omeprazol

Sprechen Sie Medikamenteneinnahmen immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.


Praktische Alltagstipps für Menschen mit einem High-Output-Stoma 

Diese Tipps können helfen, besser mit einem High-Output-Syndrom umzugehen: 

  • Stomabeutel regelmäßig kontrollieren 
  • Stuhlmenge beobachten 
  • Ausreichend Elektrolyte aufnehmen 
  • Mehrere kleine Mahlzeiten täglich 
  • Gründlich kauen 

Ein Stoma-Tagebuch kann Sie zusätzlich bei der täglichen Routine unterstützen.


High-Output beim Stoma ist gut zu behandeln 

Das High-Output-Syndrom ist eine häufige Herausforderung für Menschen mit einem Ileostoma. Durch hohe Ausscheidungsmengen verliert der Körper viel Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe. Mit der richtigen Ernährung, einer angepassten Flüssigkeitszufuhr, medizinischer Behandlung und regelmäßiger Kontrolle lässt sich das Problem jedoch meist gut in den Griff bekommen. 

Wichtig ist: Nehmen Sie Veränderungen ernst und sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihren Stomatherapeuten. Wir sind für Sie da. Sprechen Sie uns jederzeit an. ❤ Wir sind da!

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Der Ratgeber ist am 30.03.2026 erschienen. Unsere Autoren sind

Josef Dumpler